Märchen


Hallo Kinder (und auch Erwachsene)!

Interessiert ihr euch für Märchen? Wir haben uns mit unserer Lehrerin Frau Wibbeke mit den Volks- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm beschäftigt.
Schon in der Adventszeit las sie uns morgens bei Kerzenschein viele Märchen vor. Einige kannten wir fast auswendig, andere waren uns neu.
Im Januar nahmen wir diese Geschichten so genau unter die Lupe, dass wir uns nach 4 Wochen trauten, selber Märchen zu schreiben.

Herausgekommen ist ein Märchenbuch der Klasse 3a, in dem wir unsere Texte gesammelt und zusammengefasst haben.

Das war viel Arbeit, - aber jetzt sind wir stolz auf unser Werk.

Drei Märchen könnt ihr auf den folgenden Seiten lesen. Vielleicht bekommt ihr ja selber Geschmack an diesen tollen Geschichten??? Viel Spaß beim Lesen!!!

Eure Klasse 3a




Das verzauberte Tuch

Ein Märchen von Thalia Pink


Es war einmal

eine Mutter, die lebte mit ihren zwei Töchtern in einer Hütte, weil sie arm war. Sie hatte nicht viel Geld. Ihre Betten bestanden aus Blättern und Stöcken. Um Geld zu verdienen, verkaufte die Mutter immer einen großen Teil der Ernte aus ihrem kleinen Garten.

Als die Mutter wieder einmal auf dem Markt war, kam eine sehr, sehr alte Hexe und sagte: „Da du Obst und Gemüse hast und dich damit auskennst, werde ich dich mitnehmen in mein Hexenhaus und dich zu meiner Dienerin und Köchin machen!“ Die Frau weigerte sich und rief: „Nein, ich komme nicht mit!“
Da kicherte die Hexe: „Du musst drei Aufgaben lösen, dann lasse ich dich frei!“ Die Frau fragte: „Was soll ich tun?“

„Als erstes musst du mir drei Stücke Gold bringen!“, befahl die Hexe.
Eine Fee kam, um der Frau zu helfen. Die Frau wandte sich an die Fee: „Wo soll ich nur drei Stücke Gold finden?“ Diese antwortete: „Gehe zum Goldschmied und sage, er soll dir etwas Eisen vergolden. Damit können wir die Hexe reinlegen!“ „Ja“, erwiderte die Frau und ging zum Goldschmied, der ihr drei Stücke Eisen vergoldete.
Nun befahl die Hexe: „Jetzt musst du mir einen silbernen Ring bringen!“ Da nahm die Frau eine silberne Münze, ging damit zum Goldschmied und bat: „Mache mir aus dieser Münze einen Ring!“ Sofort machte der Goldschmied aus der Münze einen Ring. Also ging die Frau zu der Hexe und gab ihr den Ring.
Schließlich sagte die Hexe: „ Nun bringe mir ein Zaubertuch!“ Und schon zauberte die Fee und es lag ein Zaubertuch auf dem Boden. Die erklärte: „Wer mit diesem Tuch zaubert, wird sofort in eine Kröte verwandelt und kann nie mehr erlöst werden.“ Und schon brachte die Frau der Hexe das Tuch und sie begann, sofort zu zaubern. Da wurde die Hexe in eine Kröte verwandelt.

Nun war die Frau wieder frei und glücklich und die Fee flog nach Hause.
Weil die Frau die Hexe besiegt hatte, wurde sie sehr, sehr reich.

Und wenn sie und ihre Kinder nicht gestorben sind,
dann leben sie noch heute!



Der verwandelte Prinz

Ein Märchen von Michelle Willms


Es war einmal

eine Prinzessin, die hatte eine böse Königsmutter.
Jedoch wusste sie nicht, dass ihre Mutter eine böse Hexe war. Die Prinzessin hatte auch einen geliebten Prinz. Dieser Prinz wusste nicht, dass auch er eine böse Hexenmutter hatte.
Und so kam es, dass die beiden Verliebten eines Tages an einem Treffpunkt verabredet waren. Statt der Prinzessin kam jedoch ihre boshafte Hexenmutter. Sie hatte sich in die Prinzessin verwandelt. Der Prinz wusste aber nichts davon. Er dachte, dass es seine geliebte Prinzessin war und küsste sie.
Doch da geschah es, dass der Prinz in eine hässliche Kröte verwandelt wurde. Die böse Königin lachte schadenfroh und die Kröte weinte bitterlich. In der Zwischenzeit saß die Prinzessin eingesperrt in einer tiefen Höhle. Um sie herum waren Feuerstöcke gelegt worden.

Eine Träne der Prinzessin kam irgendwie in das Auge der Kröte und sofort hatte sie sich wieder in die Gestalt des Prinzen verwandelt. Ein paar Minuten später kam zu dem Prinzen eine wunderschöne Fee auf die Lichtung des Waldes und sagte: „Ich will dir und der Prinzessin helfen!“ Und sofort zauberte die Fee drei Helfer herbei. Der Prinz sprach: „Danke!“ Und er ging mit den drei Helfern los. Sie gingen direkt zum Schloss, wo die Prinzessin eigentlich wohnte und wollten ihr sagen, dass ihre Mutter eine böse Hexe war. Doch sie kamen nicht weit, denn am Schloss wartete die Hexe und fragte, was sie suchten. Der Prinz erklärte: „Ich will zu meiner geliebten Prinzessin gehen!“ Die Königin lachte und sagte: „Wenn du wirklich zu ihr gehen möchtest, dann musst du drei Aufgaben erfüllen!

Erstens: Suche die Prinzessin und befreie sie!
Zweitens: Du musst eine ganze Nacht mit ihr tanzen!
Drittens: Du musst die Prinzessin die ganze Nacht halten ohne sie loszulassen!“

Der Prinz setzte sich an einen Baum und sagte zu dem ersten Helfer: „Nimm mich und die beiden anderen Helfer auf deine Schultern und strecke deine Beine weit aus!“ Er gehorchte und plötzlich wurde der Helfer riesengroß. Der zweite Helfer sollte auf Befehl des Prinzen die Ohren weit aufrichten und genau hören, wo die Prinzessin war. Der dritte Helfer musste in seine Hand gucken und sagen, wo genau sie sich befand. Er flüsterte leise: „Sie ist in einer tunnelartigen Höhle eingesperrt.“ Sofort gingen sie los und fanden auch schließlich die Prinzessin. Der Prinz holte sie raus und rief: „Endlich haben wir dich gefunden!“
Die erste Aufgabe war gelöst.

Bald wurde es Abend und die Verliebten tanzten voller Freude die ganze Nacht hindurch bis der Morgen anbrach.
Somit war die zweite Aufgabe gelöst.

Beide wollten schließlich nach Hause, aber sie kamen nicht weit, denn die böse Hexenmutter zauberte ihre Tochter wieder weg. Und wieder war sie in der Höhle eingesperrt. Doch diesmal war das Feuer größer und die Prinzessin weinte noch mehr.
Zur gleichen Zeit war auch der Prinz von seiner Hexenmutter verzaubert worden und in einen tiefen Schlaf gefallen. Doch die beiden Hexen kamen mit ihren schlimmen Plänen nicht weiter, weil die Helfer den Prinzen weckten, bevor es hell wurde.
Wieder ging der erste Helfer mit langen Schritten los und die anderen saßen auf seinen Schultern. Der zweite Helfer hörte die Prinzessin aus der Ferne weinen. Der dritte Helfer guckte in seine Hand und sagte: „Sie sitzt in dem gleichen Höhlentunnel fest, doch das Feuer ist viel größer.“ Sie holten die Prinzessin aus der Höhle wieder heraus und die beiden Verliebten liefen schnell zum Schloss. Und immer hielt der Prinz die Prinzessin fest in den Armen, - die ganze Nacht. Also war auch die dritte Aufgabe erfüllt.

Es wurde hell. Die beiden Hexen waren voller Wut und hexten sich selbst in die Hölle.

Der Prinz war glücklich und die Prinzessin auch. Wenige Tage später heirateten sie. Die Helfer waren reich belohnt worden und gingen in die weite Welt hinaus, um anderen Prinzen und Prinzessinnen zu helfen.

Und wenn sie nicht gestorben sind,
dann leben sie noch heute!


Bolec und Lolec im Wald

Ein Märchen von Rafael Partyka


Es waren einmal

zwei Brüder. Der ältere von den beiden Brüdern hieß Bolec. Bolec war richtig eingebildet und er war ein Besserwisser. Er kommandierte den kleinen Bruder immer herum. Der kleinere Bruder, der Lolec hieß, mochte den größeren Bruder gar nicht, weil dieser immer so eingebildet war.

Eines Tages gingen sie in den Wald. Sie wollten eine Nacht alleine im Wald verbringen und hatten deshalb auch Essen und Trinken mitgenommen. Es war Nacht geworden. Aber diese Nacht war eine wunderschöne Nacht, da viele Sternschnuppen am Himmel zu sehen waren.
Aber es sollte alles anders werden!

Am nächsten Morgen gingen sie eine große Runde im Wald herum und sahen ein wunderschönes und süßes Rehkitz. Aber plötzlich knallte es und das Rehkitz fiel auf die Erden und war tot.

Plötzlich drang ein schwarzer Nebel durch den Wald und Bäume, Blumen, - einfach alles - faulte im Wald. Bolec und Lolec rannten weg, weil sie Angst hatten. Sie kamen zu einer Blume und die Blume sprach: „Holt mich aus der Erde, damit ich nicht sterbe!“ Das taten beide auch. Etwas später kamen sie an einem verletzten Vogel vorbei und hielten an. Der Vogel sprach: „Nehmt mich bitte mit, damit ich nicht sterben muss!“ Bolec und Lolec nahmen natürlich den Vogel mit und kamen noch an einem Bären vorbei. Der Bär sagte: „Ich habe mir das Bein gebrochen und kann nicht mehr laufen. Bitte nehmt mich mit!“ Bolec und Lolec fanden einen Haufen Holz und bauten einen Schlitten zum Ziehen. Sie hoben den großen Bären mit aller Kraft hoch und setzten ihn auf den Schlitten und gingen schnell weiter.
Lolec guckte nach hinten und der schwarze Nebel war weg.

Aber plötzlich erhob sich eine schwarze Gestalt mit feuerroten Augen und mit einem alten Umhang aus der Erde. Bolec und Lolec erschraken und rannten mit der Blume, mit dem Vogel und mit dem Bären davon. Aber als Lolec nach hinten guckte, war die Gestalt weg.

Plötzlich war die Gestalt vor ihnen!!!

Sie sah hässlich und so schmutzig aus, dass die beiden Brüder nicht hingucken konnten. Jetzt wurde es wieder dunkel im Wald und die beiden Brüder hatten solche Angst, dass sie zu Boden fielen.

Ein Weile verging und sie machten die Augen wieder auf. Sie waren in einer riesigen Höhle. Dann hörten sie einen Schrei ! Es hörte sich an, als würde jemand um Hilfe rufen.
Bolec und Lolec gingen näher heran und hörten, woher die Schreie kamen.
„Hiiiiiiillffffffeeee!!!!!“
Bolec und Lolec rannten der Stimme hinterher, bis sie zu einem großen Saal kamen. Da sahen sie eine wunderschöne Frau und dahinter noch eine Frau. Die beiden Frauen waren aber an dicken Stahlketten angebunden und eine Hexe stand daneben.
Lolec erschrak. Bolec fragte: „Wieso erschreckst du dich?“ Lolec stotterte: „W,w,w, weil d, d, das ist die Gestalt v,v,von e,e,e,eben!“
Bolec wurde wütend, rannte in den Saal und wollte die Hexe zu Tode schlagen. Aber die Hexe zauberte ihn gegen die Wand und zwar so stark, dass Bolec sich den Kopf aufschlug. Lolec konnte einfach nicht hingucken.

Plötzlich sagte der Vogel: „Ich könnte die Hexe doch ablenken, während der Bär die zwei Frauen von den Ketten befreit. Und die Blume kann die Hexe mit Unkraut fesseln.“ Lolec sagte: „Ok, dann kann es ja losgehen!“
Und es verlief alles nach Plan. Der Bär löste die Frauen von den Ketten und der Vogel lenkte die Hexe ab und die Blume fesselte die Hexe mit Unkraut.
Lolec half in der Zwischenzeit seinem Bruder. Und zum Schluss rannten die zwei Brüder mit den Frauen und dem Vogel, dem Bären und der Blume aus der Höhle.

Zwei Jahre später heirateten die zwei Brüder die beiden Frauen. Den Bären und den Vogel behielten sie als Haustiere und die Blume kam in einen großen Topf. Dort gedieh sie prächtig und bildete viele Ableger.
Nicht nur die Blume vermehrte sich!
Bolec bekam mit seiner Frau zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen. Lolec bekam nette Jungen.Und wenn sie nicht gestorben sind,
dann leben sie noch heute!


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